Vegane Kleidung: Was bedeutet vegane Mode überhaupt?

Frau in hellgelbem Tencel Top vor Hauswand

In wenigen Worten

Vegane Mode verzichtet auf tierische Materialien wie Wolle oder Leder. Für diese Kleidung muss kein Tier leiden.

Was bedeutet vegane Mode?

Nicht nur bei Nahrungsmitteln begegnen uns tierische Produkte und Stoffe. Auch in Deiner Kleidung werden tierische Materialien verarbeitet. Wir lehnen diesen Ansatz ab und bieten ausschließlich vegane Bekleidung im Online Shop und im Laden an. Der vegane Aspekt ist die dritte wichtige Säule von LOVECO: Öko, fair und vegan.

Welche nicht-veganen Materialien gibt es überhaupt? Du denkst jetzt sicherlich an Wolle, Leder und Pelz. Doch auch Seide, Perlmutt und Daunen sind nicht vegan. Bei veganer Bekleidung findet man diese Materialien auf keinen Fall.

Die Gewinnung und Verarbeitung dieser Bestandteile schadet den Tieren, der Umwelt und letztendlich auch uns Menschen: Entweder indirekt durch Folgeschäden in der Natur und Weltwirtschaft oder direkt durch hautschädigende Chemikalien, die in der Weiterverarbeitung genutzt werden (vor allem bei Lederprodukten).

Innovative Materialien

Viele Marken für vegane Mode haben bereits sehr gute Alternativen gefunden, um diese Problematik zu beenden. Aus pflanzlichen oder recycelten Fasern lassen sich innovative Materialien gewinnen, die genauso gut aussehen und halten wie konventionelle, z.B. Eukalyptus- und Buchenholzfasern, Kork oder recycelten PET-Flaschen. So können wir den Schattenseiten der Mode ein Ende setzen!

Leder

Leder begegnet uns bei Schuhen, Gürteln, Patches an Jeans, Uhrenbändern, Jacken und Schmuck. In vielen Fällen (vor allem in der konventionellen Lederproduktion) ist Leder kein Abfallprodukt aus der Fleischproduktion, sondern wird in asiatischen Ländern produziert, in denen Rinder einzig und allein für die Lederproduktion gehalten werden.

Leder wird gegerbt, um haltbar gemacht zu werden. Für den Gerbungsprozess wird Chrom eingesetzt, das in den richtigen Mengen nicht automatisch gefährlich ist. Allerdings kann während des Prozesses gefährliches ChromVI entstehen, das die Haut der ArbeiterInnen verätzt und Gewässer verunreinigt.

Innovative Leder-Alternativen

Wieso wir kein Leder verkaufen

Egal, ob es in der Weiterverarbeitung pflanzlich oder mit Chemikalien gegerbt wird: Wir sind der Ansicht, dass Tiere nicht für ein Stück Leder, das wir an Füßen oder an einer Hose tragen wollen, sterben sollten. Sicher gibt es Leder, das als Abfallprodukt entstanden ist. Nachvollziehen kann das aber leider so gut wie niemand. Und dass ökologisch arbeitende Labels auch Leder von Biobetrieben verwenden, ist nicht gewährleistet. Deshalb empfehlen wir, vegane Mode zu kaufen, da hier auf keinen Fall Leder verwendet wird.

Viele Eco Fashion Brands, die ökologisch und fair produzieren, verzieren trotzdem immer noch Jeans mit einem Patch aus Leder. Dabei finden wir, dass wohl jeder auf dieses Detail aus Tierhaut an seiner Hose verzichten kann! Viele wissen noch nicht einmal, dass sie überhaupt Leder an ihrer Jeans tragen.

Alternativen gibt es bereits! Aus Papier, Stoff, Kunstleder oder als Stickerei. Auch bei Gürteln kann ohne Probleme auf Leder verzichtet werden: Wie wäre es mit Kork, alten Fahrradschläuchen, -Mänteln oder einfach Stoff? Die Möglichkeiten in der Vegan Fashion sind vielseitig!

Vegane Schuhe bei Loveco in Kreuzberg

Wir müssen zugeben, dass es bei Schuhen noch ein bisschen schwieriger ist, einen ökologisch, fair produzierten und veganen Ersatz zu finden. Aber es gibt immer mehr Brands, die sich auf den Weg machen, alternative Materialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu finden. Es empfehlen sich alle Stoffschuhe aus Canvas von Brands wie Veja (Vorsicht, nicht alle Modelle sind vegan!), von Ethletics, aber auch die Auswahl von Bourgeois Boheme und Wills Vegan. Du findest diese Modelle in unserem Schuhladen in der Kreuzberger Manteuffelstraße.

Wolle

Leider ist auch die Gewinnung von Wolle mit viel Tierleid verbunden. Dabei halten in der veganen Mode auch andere Stoffe warm, z.B. Biobaumwolle oder Mischfasern aus recyceltem Polyester und Hanf. Viele Menschen wissen nicht: Um die Wolle vom Schaf zu gewinnen, werden sie unter enormen Stress geschoren. Häufig entstehen dabei blutige Stellen, die oft nur mangelhaft versorgt werden.

Merinowolle

Bei Merinowolle ist die Gewinnung noch grausamer. Merinoschafe sind eine spezielle Schafrasse, die besonders faltige Haut aufweist. Die Haut wurde eigens so gezüchtet, damit noch mehr Wolle produziert wird. Die faltige Haut hat dazu geführt, dass sich am Hinterteil des Schafes Parasiten einnisten. Um dies zu umgehen, hat man begonnen, tellergroße Stücke des Pos abzuschneiden. Grausam, aber wahr, dieses Entfernen der Haut geschieht nach wie vor in vielen Teilen Neuseelands und Australiens (wo die größten Herden mit Merinoschafen gehalten werden) ohne Betäubung. Die Hinterteile der Schafe bluten und verkrusten ohne weitere Behandlung oder Pflege. Diese Methode nennt sich Mulesing. (Für starke Nerven: Peta über Mulesing)

Selbstverständlich gibt es auch Schäfer, die ihren Tieren diese Qualen nicht antun. Nichtsdestotrotz fehlt es an Aufklärung über diese Methode.

Nahaufnahme von Schafsherde
Wald aus der Vogelperspektive

Umweltschäden als Folge

Die Herstellung von Leder und Wolle ist ein sehr großes, mit vielen anderen Aspekten verbundenes Geflecht. Die zunehmende Massentierhaltung ist mitverantwortlich für die Klimaerwärmung. Hat man bisher vorrangig im Transportwesen über CO2-Ausstoß nachgedacht, so stellt sich immer mehr heraus, dass das von Kühen und Schafen ausgestoßene Methan um ein Vielfaches mehr zum Klimawandel beiträgt als bisher angenommen.

Darüber hinaus werden immer mehr Wälder für den Anbau von Soja vernichtet, die eine wichtige Rolle bei der Bindung von CO2 spielen. Dieses Soja landet nicht, wie fälschlicherweise oft behauptet, auf dem Teller der VegetarierInnen und VeganerInnen, sondern in den Futtermischungen von Masttieren. Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, findet hier weitere Informationen.

1,4 Mrd.

Häute von Rindern, Ziegen und Schafen werden jährlich von der Lederindustrie verarbeitet.

73 Mio.

Schafe werden jährlich in Australien geschoren. Das entspricht 25% des gesamten Wollaufkommens.

90%

der australischen Schafe wurden 2016 immer noch durch Mulesing verstümmelt.

Pelz

Frau in Pelzjacke auf Brücke

Produktion

Die grausame Herstellung von Pelz ist wahrscheinlich vielen bekannt. Trotzdem gilt Pelz immer noch als schicker Luxus. Vegane Kleidung kaufen bedeutet natürlich, auf Pelz zu verzichten.

Wir sagen ganz klar "Nein!" zu Pelz! Die Pelzgewinnung ist in unseren Augen die Perversion aller Methoden, ein Stück Stoff zu gewinnen. Nerze, Bieber, Waschbären und weitere Nagetiere werden ausschließlich für die Pelzgewinnung gezüchtet, in winzigen Drahtkäfigen gehalten und teilweise noch lebend gehäutet. Für mehr Informationen schaue hier.

55 Mio.

Nerze wurden 2015 für die Pelzproduktion gehäutet.

50%

und mehr der weltweit gehandelten Pelze stammen aus Europa.

seit 2012

müssen Pelze in der EU gekennzeichnet werden. Trotzdem gibt es noch viele nicht oder falsch deklarierte Pelze.

Andere tierische Materialien

DAUNEN

Viele Jacken oder auch Bettdecken und Kissen sind mit Daunen gefüttert. Daunen sind ebenfalls ein Produkt tierischen Ursprungs. Daunenfedern werden von Gänsen gewonnen, denen die Federn bei lebendigem Leib gerupft werden. Leider geschieht dies meist unter enormen Stress für die Tiere. Es werden Hautstellen blutig gerupft, weil die ArbeiterInnen unter Stress stehen und Wunden werden ohne Betäubung wieder vernäht. Auf diese Ausbeutung und Tierquälerei kann man durch vegane Kleidung gut verzichten und auf Alternativen aus recyceltem Polyester umsteigen, was ebenso warm hält wie Daunenfedern. Für mehr Informationen und starke Nerven schaue hier.

ANGORA

Angorakaninchen haben ein extrem weiches Fell, das schon immer sehr begehrt war. Leider werden Angorakaninchen für die Gewinnung dieses kostbaren Haares auf grausamste Weise gequält. Das Haar wird ihnen am lebendigen Leib entrissen. Die meisten Angorakaninchen werden in China gehalten. Dort sind sie unter unwürdigen Bedingungen in engen Käfigen eingesperrt. Alle drei Monate werden die Haare entrissen und nach etwa zwei bis fünf Jahren werden sie geschlachtet. Hier findest Du weitere Informationen zur Gewinnung von Angorahaar.

Frau in Daunenjacke in Winterlandschaft
Nahaufnahme eines Seidentuchs in grauer Farbe

SEIDE

Für Seide werden die Kokons des Seidenspinners mit der noch im Inneren lebenden Seidenraupe in kochendes Wasser geworfen, um die Raupe abzutöten. Anschließend kann der Seidenfaden, aus dem der Kokon besteht, abgezogen werden. Der Endlosfaden des Kokons ist sehr kostbar und wird häufig mit giftigen Chemikalien behandelt. Dabei gibt es gute Alternativen wie Tencel® zum Beispiel, das sich ähnlich anfühlt und aus Eukalyptus gewonnen wird. Dieser Stoff ist vegan. Mode muss also keine Tierquälerei sein!

Bei der Variante Peace Silk (“Friedensseide”) werden kleine Löcher in den Kokon des Seidenspinners gebohrt, damit sich der Schmetterling befreien kann. Dadurch wird der Endlosfaden des Seidenkokons beschädigt, der Schmetterling kann aber weiter leben und wird nicht getötet. Peace Silk ist damit aber nicht vegan, da der Faden ein Produkt tierischen Ursprungs ist.

Noch mehr Infos

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