Fair Trade Kleidung und faire Mode: Was heisst das eigentlich?

Kleiderstange mit aufgehangenen Fairtrade Kleidungsstücken

In wenigen Worten

In der fairen Mode wird darauf geachtet, dass die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, nicht ausgebeutet werden. Dies geschieht durch Kontrollen und Standards.

Was bedeutet Faire Mode?

Faire Mode bedeutet, dass die Menschen hinter unserer Kleidung unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten. Das betrifft die Menschen, die in den Fabriken die Kleidung verarbeiten, aber genauso gut die, die die dafür verwendeten Rohstoffe anbauen, ernten oder verarbeiten. Diese Kette ist in der Textilbranche lang und komplex, doch glücklicherweise gibt es mittlerweile Organisationen, die sich darauf spezialisiert haben, diese Produktionsketten genauer zu betrachten, zu kontrollieren oder Verbesserungsvorschläge zu machen.

Der Begriff Faire Trade Kleidung

Der Begriff der Fair Trade Kleidung legt dabei einen Fokus darauf, dass ein bei dem Einkauf und Verkauf von Kleidung oder Rohstoffen ein fairer Handel stattfindet. Das bedeutet also, dass nicht nur die individuellen Bedingungen fair sind, sondern auch der Austausch, die Gegenleistungen und das wirtschaftliche Miteinander.

Im Einzelnen bedeutet das, dass:

  • alle Näher und Näherinnen angemessen entlohnt werden
  • keine Kinder beschäftigt werden
  • es feste und regelmäßige Arbeitszeiten gibt
  • es ein Versammlungsrecht für alle gibt
  • alle Gehälter pünktlich bezahlt werden

Textilsiegel

Die Organisationen, die diese Umstände kontrollieren, sind in unserem Sortiment die Initiative Fairtrade (für Biobaumwolle), der Global Organic Textile Standard (für Naturfasern) und die Fair Wear Foundation. Sie haben verschiedene Schwerpunkte, Ansatzpunkte in der Produktionskette oder Produktionsländer in ihrem Fokus, doch allen sind soziale Arbeits- und Handelsbedingungen sehr wichtig.

Was ist Fairtrade?

Viele Menschen kennen das Fairtrade Siegel von Kaffee. Der Anbau von Kaffee und die Produktion von Textilien sind allerdings zwei sehr unterschiedliche Branchen. Was heißt dann nun Fair Trade Kleidung?

Die Kleidungsindustrie funktioniert anders als die Lebelsmittelindustrie. Oftmals sind die Verarbeitungs- und Lieferketten viel komplexer und unübersichtlicher. Der Fairtrade Standard für Textilien beachtet allerdings den gesamten Prozess.

Weitere Vorteile sind:

  • Zum ersten Mal wird ein zeitlicher Rahmen für die Umsetzung der Living Wages gegeben
  • Alle Lieferanten und Zulieferer werden eingebunden
  • Ähnlich wie Kleinbauernorganisationen bei Lebensmitteln gibt es hier Programme für die Fabriken, die Schulungen und Aufklärungsarbeit vorantreiben.

Bei LOVECO gibt es derzeit nur Kleidung mit Fairtrade zertifizierter Biobaumwolle, da das Siegel, das alle Bereiche abdeckt, noch sehr neu ist.

Gerechte Entlohnung

Das Beispiel Living Wages

Infografik zur Thematik Living Wage am Beispiel eines T-Shirts

Living Wages

In der fairen Mode gibt es verschiedene Ansätze zur Beurteilung, wie eine gerechte und angemessene Bezahlung der NäherInnen aussehen kann. Ein Ansatz sind die sog. "Living Wages".

"Living Wages" (dt. Existenzminimum) sind nicht das Gleiche wie der in Deutschland beliebte Begriff "Mindestlöhne".

Living Wage ist nicht gleich Mindestlohn

Living Wages geht über die Zahlung von Mindestlöhnen hinaus. Das ist auch eine wichtige Information beim Kauf von Fair Trade Kleidung.

Living Wages bedeuten, dass die Menschen, die entlang der textilen Kette arbeiten, so viel verdienen, dass sie davon nicht nur ihr Überleben finanzieren können, sondern auch zum Beispiel:

  • Schulbildung wahrnehmen können
  • ihre Kinder zur Schule schicken können
  • dass sie sich im Krankheitsfall Hilfe leisten können

Dinge, die für uns absolut selbstverständlich sind!

Es gibt unterschiedliche Ansätze, was unter Living Wage fällt. Hier kannst Du über einen Ansatz von Continental Clothing lesen, die vor kurzem ein Living Wages-Programm in Bangladesch gestartet haben.

30 Mio.

Menschen arbeiten in der Textilindustrie

18.000 km

reist ein T-Shirt mindestens, bis es fertig ist. Es können bis zu 50.000 werden

90%

der Beschäftigten sind Frauen

Wo wird unsere Kleidung gefertigt?

Infografik zum Living Wage in verschiedenen Produktionsländern

Produktion

Du fragst Dich jetzt sicher, wo genau unsere Kleidung hergestellt wird. Die meisten unserer Labels produzieren innerhalb Europas, was Transportwege verkürzt, es aber auch vereinfacht, Produktionsstätten zu besuchen und nach dem Rechten zu sehen.

Nur wenige unserer Labels arbeiten außerhalb Europas. Wir begrüßen aber ausdrücklich, wenn sich Brands im asiatischen Raum engagieren, um dort die Produktionsbedingungen zu verbessern. Wir sehen es als unsere Pflicht an, nicht nach dreißig, vierzig Jahren der Ausbeutung nun plötzlich die gesamte Produktion aus Ländern wie Bangladesch, Indien oder China abzuziehen. In diesen Ländern kann vernünftig produziert werden – aber es muss jemand den Anfang machen. Weitere Informationen zu den Produktionsstätten unserer Labels findest Du hier.

Faire Mode trägt nicht immer das Siegel “Fairtrade”!

Zertifizierungen

Für uns bedeutet faire Mode nicht nur, dass die Kleidung das Siegel Fairtrade trägt. Auch die Siegel GOTS und Fair Wear Foundation garantieren Sozialstandards. Denn nicht jedes Siegel kann für jedes Material und jedes Produktionsland gelten. Kleine Labels können sich häufig nicht leisten, sich komplett zertifizieren zu lassen. Meist sind dann nur einzelne Produktionsstätten zertifiziert oder es werden lediglich zertifizierte Materialien genutzt.

Wir haben persönlichen Kontakt zu den Labels

Für uns sind nicht nur Siegel wichtig: Wenn wir persönlichen Kontakt zu einem Label haben und die Mitarbeiter zum Beispiel dreimal im Jahr in der Produktionsstätte die Bedingungen überprüfen, nehmen wir es auch ohne Zertifizierung bei uns im Shop auf. Transparenz und der stetige Austausch mit dem Hersteller ist uns sehr wichtig.

Eine menschliche Hand hält eine Pflanze liebevoll
Nahaufnahme einer Frau an der Nähmaschine

Unser Verständnis von Mode

Für uns bei LOVECO bedeutet faire Mode auch, dass HändlerInnen und KonsumentInnen verstehen, dass hinter unserer Kleidung Menschen stecken. Die wunderschöne Kleidung taucht nicht einfach so vor unserer Ladentür oder als Bestellung in Deinem Briefkasten auf: Sie wird von Menschen hergestellt und das müssen wir uns (wieder) bewusst machen.

Diese Menschen haben Bedürfnisse, Leben, finanzielle und soziale Verpflichtungen und die hängen unmittelbar mit ihrer Arbeit, ihrem Gehalt und ihren Arbeitszeiten zusammen. Und das wiederum hängt mit der Kleidung zusammen, die bei uns im Laden hängt. Das gibt uns eine Verantwortung und eine Verpflichtung, es verbindet uns aber auch mit beeindruckenden Künstlern, Handwerkern und Talenten.

Noch mehr Infos

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