Warum nachhaltige Mode nicht billig sein kann!

Geschrieben von unserer Praktikantin Rebecca.

Ich bin Studentin. Eine Jeans für 120 Euro ist nicht in meinem Monatsbudget. Sie kostet so viel wie ein Viertel meines Minijob-Gehalts – und 10x mehr als eine Jeans beim Discounter. Wieso kostet sie so viel mehr? Wohin fließt mein Geld?

Ehrliche Antworten direkt vom Hersteller

Um das herauszufinden, habe ich direkt an der Quelle nachgefragt: Bei unserer Marke MUD Jeans. Nina, im Kommunikationsbereich vom Unternehmen tätig, gab mir wertvolle Einblicke in die Herstellung einer fairen Jeans.

Alle 2-3 Monate werden Fabriken auf faire und sichere Arbeitsbedingungen geprüft

Ich erinnere mich gut an den Zusammensturz des Textil-Fabrikgebäudes Rana Plaza 2013. Meiner Meinung nach läuft etwas schief, wenn ArbeiterInnen mit ihren Leben bezahlen, nur damit ich meine Mode kaufen kann. Werden solche Tragödien verhindert, indem ich mehr Geld für Kleidung ausgebe, die dafür dann nachhaltig ist?

Nina, wie kontrolliert Ihr die Bedingungen in Euren Produktionsstätten in Spanien und Tunesien?

„In unseren Fabriken werden Audits durchgeführt, um die Standards zu kontrollieren. Unser letzter Audit wurde in Zusammenarbeit mit der Fair Wear Foundation im Zuge deren Young Designer Program’s verrichtet.

Im Moment arbeiten wir an einem neuen Audit um weitere Verbesserungspunkte zu identifizieren. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit den Fabrikbesitzern zusammen und wissen, dass ihre Philosophie mit unserer übereinstimmt:

Fairness, Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehen im Mittelpunkt.

Nina von MUD Jeans

Außerdem besucht unser Produktentwickler Dion die Fabriken alle zwei bis drei Monate persönlich und entwickelt gemeinsam mit den BesitzerInnen und ArbeiterInnen Verbesserungen in den Arbeitsabläufen. Hier wird sowohl auf faire Löhne und Arbeitszeiten als auch auf Sicherheitsmaßnahmen geachtet.“


Einblicke in die Produktionsstätte von MUD Jeans

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Giftfreie Lasertechnik schont die Umwelt: Hitze und Sauerstoff statt Chemikalien

In der herkömmlichen Textilproduktion werden insgesamt 3.500 Chemikalien eingesetzt! Diese Zahl schockiert mich völlig. Beim Bleichen und Färben konventioneller Jeanshosen gelangen giftige Abwässer in umliegende Seen und Flüsse.

Ein trauriger Nebeneffekt: Die Natur zeigt durch diese Umweltverschmutzung die Farben der neuen Kollektionen. Kann der höhere Preis, den ich für eine nachhaltige Jeans zahle, dieses Desaster vermeiden?

Nina, wie färbt Ihr Eure Jeans? Müsst Ihr auch Chemikalien verwenden?

„Wir verwenden ‚Cradle to Cradle‘ Indigo Farbe.“ (Deutsch: „Von der Wiege zur Wiege“).

„Kostbare Ressourcen
werden nicht verschwendet,
sondern wieder verwendet.“

enorm Magazin erklärt den Cradle-to-Cradle-Ansatz

„Zum Waschen und Bleichen unserer Jeans nutzen wir Ozon und Laser. Ozon entsteht durch drei verschiedene Sauerstoffatome. Nachdem man die Jeans beim Waschen mit Ozon behandelt hat, kann es wieder zu Sauerstoff umgewandelt werden. Die Umwelt bleibt dadurch frei von schädlichen Stoffen.

Bei Laser ist das ähnlich: Laser hellt den Jeansstoff durch Hitze auf – und nicht durch Giftstoffe.“

Recycling spart Wasser und verringert den Treibhauseffekt: 9 kg CO2 statt 23 kg

Recycelte Baumwolle bei MUD Jeans

Nina, schont Ihr die Umwelt auch bei anderen Herstellungsprozessen? Wie ist es mit der Baumwolle?

„Wir verwenden recycelte Baumwolle. Beim Anbau von Baumwolle werden große Mengen Wasser und Energie verbraucht. Das sparen wir bei recycelter Baumwolle ein.

Bei der Herstellung einer MUD Jeans werden statt 7.000 nur 1.550 Liter Wasser verbraucht.

Nina von MUD Jeans

Auch der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid ist niedriger: im Durchschnitt sind es 9 kg. Bei einer Discounter Jeans sind es rund 23 kg!“

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Eine nachhaltige Jeans schafft einen Mehrwert für Natur und Mensch

Mir wird klar: Mit dem Kauf einer nachhaltigen Jeans unterstütze ich faire Arbeitsbedingungen in den Fabriken; schütze mich, die ArbeiterInnen sowie die Umwelt vor Schadstoffen und reduziere meinen Wasserverbrauch um 5.450 Liter.

Der Preis für die Jeans ist hoch, doch das ist eine Sache der Perspektive – und der Prioritäten. MUD Jeans bietet sogar an, dass man sich eine Jeans für 7,50€ im Monat leasen kann. Das kostet ungefähr so viel wie ein Netflix Abonnement oder ein Drink in einer Bar.

Eine Jeans, die Du lange trägst

Das Team von MUD Jeans

Nina macht mich noch auf Folgendes aufmerksam: „Eine Jeans für 119
Euro, die im Normalfall mindestens 3 Jahre getragen werden kann, ist im Endeffekt um einiges günstiger, als alle 3 Monate eine neue Jeans bei einer Fast Fashion Kette für 20 Euro kaufen zu müssen.“

Nach dem Gespräch mit Nina verstehe ich, dass nachhaltige Mode nicht teuer ist – sie ist etwas wert. Nur durch diese Maßnahmen, die den höheren Preis bestimmen, lässt sich die Modewelt für Mensch und Umwelt verbessern! Ich unterstütze das. Und was ist mit Dir?

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Quellen

Museum für Kunst und Gewerbe
A Hungry Mind
blattgrün
ZDF Dokumentation
The True Cost

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