9 Waschtipps, die gut für Umwelt und Kleidung sind

Waschmaschine auf, Wäsche rein, Waschmittel rein und los geht’s? Wenn Du beim Waschen Deiner Kleidung ein bisschen mehr Acht gibst, leben Deine Lieblingsteile länger, Deine Stromrechnung fällt geringer aus und auch die Umwelt profitiert davon. Wie das funktioniert? Wir haben ein paar Tipps zum nachhaltigen Waschen für Dich!

1. Je weniger ein Textil in der Waschmaschine landet, desto besser.

Für das Kleidungsstück und die Umwelt. Auslüften reicht oftmals aus und geht vor allem bei Tencel/Modal/Lyocell, Hanf und Leinen sehr, sehr gut. Auch Biobaumwolle eignet sich hierfür; hier kann es nur etwas länger dauern. Gerade Polyester sollte so wenig wie möglich gewaschen werden, damit kein Mikroplastik in unsere Gewässer gelangt. Wenn Du Kleidungsstücke aus Polyester wäschst, kannst Du den Wäschesacke Guppy Friend benutzen, der Mikroplastikpartikel filtert. Nachhaltig waschen kann auch bedeuten, etwas nicht zu waschen!

2. Einzelne Flecken kannst Du punktuell auswaschen

Das kannst Du z.B. mit einem Schwamm tun. (je nachdem, was für eine Art von Flüssigkeit den Fleck verursacht hat). Staub, Erde oder trockener Schmutz lässt sich häufig auch einfach herausrubbeln.

3. Grobe und feine Materialien solltest Du nicht zusammen waschen.

Falls Du es nicht vermeiden kannst, lege die feinen Materialien (z.B. Blusen, Shirts, etc. aus Tencel/Modal/Lyocell) in einen Wäschesack. Verschließe vorsichtshalber auch Reißverschlüsse und Haken, so kann auch nichts aufreißen oder hängen bleiben. (Du hast keinen Wäschesack? Das ist gar nicht schlimm, Du kannst auch einen gleichfarbigen Kopfkissenbezug mit Knöpfen nutzen.)

Wäsche auf der Leine in einer Stadt

4. Es reicht, unsere Kleidungsstücke, bei 30°C zu waschen.

Dipl.-Chemiker Norbert Henzel* empfiehlt sogar eine Wäsche bei nur 25°C oder ganz kalt, wenn ein Colorwaschmittel benutzt wird. Durch ökologische Fleckenmittel (z.B. Zitrone) gehen auch bei dieser Temperatur hartnäckige Flecken raus.

5. Geringe Umdrehungszahl

Bei feinen Materialien wie Tencel/Modal/Lyocell solltest Du auf eine geringe Umdrehungszahl achten. Das schont den Stoff sehr – und Deine Stromrechnung auch.

6. Kalkenthärter

Damit nicht so viel Waschmittel verbraucht wird, ist ein Enthärter bei sehr kalkhaltigem Wasser nützlich.

Frau in weißem Outfit vor weißer Wäsche an der Leine

7. Das richtige Waschmittel

Für die Langlebigkeit eines Kleidungsstücks ist es sehr wichtig, zwischen Voll- und Colorwaschmittel zu unterscheiden: “Der Sinn und Zweck eines Vollwaschmittels ist es, Farbe zu beseitigen. Dementsprechende Chemikalien sind auch in den nachhaltigen Waschmitteln enthalten. Sie sollen also Farbe zerstören. Das Vollwaschmittel kann hier nicht unterscheiden: Alle Verfärbungen werden beseitigt. Das funktioniert gut, wenn man einen rote Beete Fleck auf einem weißen T-Shirt hat. Aber wenn man schwarze oder blaue Kleidungsstücke mit einem Vollwaschmittel wäscht, dann wird auch diesen Teilen die Farbe entzogen. Deshalb ist es wichtig, Vollwaschmittel nur für weiße oder pastellfarbige Wäsche zu nutzen und für alles andere Colorwaschmittel.“ (Dipl.-Chemiker Norbert Henzel)

8. Keine Schwarzwaschmittel

Verzichte auf jegliche sogenannte Schwarzwaschmittel: Sie geben Mikroplastik an die Umwelt ab! “Diese Mittel funktionieren durch sogenannte Opferfasern. Plastikfasern legen sich über die ausgeblichenen Fasern und das Kleidungsstück erscheint so wieder schwarz. Allerdings geben diese Opferfasern bei jedem Waschen Mikroplastik an das Abwasser ab, das letztendlich in den Meeren landet.” (Dipl.-Chemiker Norbert Henzel)

9. Nutze lieber Waschpulver statt Flüssigwaschmittel und überlade Deine Waschmaschine nicht!

Frage beim Hersteller Deiner Waschmaschine nach, wie voll Du sie beladen solltest. Flüssigwaschmittel ist schädlicher für Mensch und Umwelt. “Flüssigwaschmittel enthalten Konservierungsstoffe, denn ohne wären sie optimaler Nährboden für Pilze und Bakterien. Das sind meist kationische Tenside, die viele Menschen nicht gut auf der Haut vertragen und die in den Klärwerken schlecht abgebaut werden können. Viele Leute bevorzugen Flüssigwaschmittel, weil es keine Pulverspuren hinterlässt. Doch diese entstehen nur, wenn die Waschmaschine überladen wird. Sie sind Spuren der sogenannten Ionenaustauscher im Waschmittel, das Kalk aus dem Wasser zieht. Wenn zu viele Kleidungsstücke in der Trommel sind, bleiben sie in Falten hängen und werden dort nicht herausgespült. “ (Dipl.-Chemiker Norbert Henzel, Chemiker und Faserexperte)

Weitere sehr gute Pflegetipps zum nachhaltigen Waschen findest Du übrigens beim Umweltbundesamt und bei Sonett.

*Dipl.-Chemiker Norbert Henzel kennt unsere Gründerin Christina noch aus ihren Unizeiten, als sie an der Universität Oldenburg “Materielle Kultur: Textil” studierte. Er ist Fachmann für Bekleidungsfasern, ihren Anbau und ihre Verarbeitung und wird von uns häufig bei Fachfragen zu Rate gezogen.

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