Wie Du in 3 Schritten den Einstieg in Zero Waste schaffst

In unserer Gesellschaft produzieren wir viel zu viel Abfall. Zero Waste Lifestyle bedeutet, möglichst so zu leben, dass man keinen unnötigen Müll produziert.

Generell gibt es dafür fünf Basic-Grundsätze (in dieser Reihenfolge): vermeiden, reduzieren, wiederverwerten, recyceln, kompostieren. Das sind die Grundpfeiler, wenn man so möchte. So weit so gut. Aber wo beginnen und bei was? 

Wenn Du den Begriff “Zero Waste” bei Google eingibst, wirst Du viele hilfreiche und interessante Tipps und Tricks finden. Das inspiriert und motiviert. Teilweise finde ich die Listen aber ziemlich lang und nach einigen Punkten stellen sich oft Fragen oder der Gedanke der Überforderung macht sich breit. Wie soll ich das alles (am besten sofort) umsetzen? 

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Schritt 1: Ein Bewusstsein entwickeln 

Zuallererst muss man sich bewusst darüber werden, wo man überall Müll produziert. Beim Einkauf von Lebensmitteln im Supermarkt über Kosmetikprodukte, Kleidung bis hin zu Spielwaren. Da jeder am meisten Einfluss auf sein eigenes Verhalten hat, beginnt man am allerbesten bei sich selbst. Auf vielen Internetseiten oder Blogs lese ich, wie simpel und einfach der Umstieg auf Zero Waste bzw. plastikfreies Leben ist. Aber ehrlich gesagt - ganz so easy fällt es mir dann leider doch nicht. Wenn man sich erstmal darüber klar wird, wie viel Müll wir selbst jeden Tag produzieren und wo allein Plastik überall zum Einsatz kommt, wird einem erst mal ganz flau im Magen. Diese Erkenntnis ist weder schön noch leicht, aber gehört dazu. 

Nachhaltige Lösung durch die Politik

Natürlich wäre es wünschenswert und sicher auch wesentlich effektiver, wenn die Politik bestimmte Gesetze verabschieden würde. Beispielsweise ein Gesetz zum Verbot von Mikroplastik* in Kosmetikprodukten oder wenn Unternehmen keine Einwegverpackung aus Plastik, sondern aus erneuerbaren Ressourcen wie Bambus oder Hanf nutzen würden. Mehrwegverpackungen sind oft auch eine gute Alternative. Dies würde viel schneller einen großen Einfluss auf die Umwelt nehmen und einen Erfolg erzielen. Doch wenn wir darauf warten, wird wahrscheinlich noch viel Zeit verstreichen. Zeit, in der Du selbst aktiv werden kannst. Denn jeder von uns hat die Macht und auch die Verantwortung sein Handeln zu überdenken und zu verändern. 

*Mikroplastik ist in vielen Kosmetikprodukten enthalten. Unter anderem in Peelings, Lippenstiften aber auch in mancher Zahnpasta und vielem mehr. Man spricht von Mikroplastik bei Kunststoffteilchen von einer Größe unter fünf Millimetern. Diese mikroskopischen Plastikteile können mit Kläranlagen nicht aus dem Wasser gefiltert werden und landen somit in der Natur und vor allem in den Meeren. Nach Angaben des deutschen Umweltbundesamts werden Kosmetika in Deutschland ca. 500 Tonnen Mikroplastik pro Jahr zugesetzt.

Quelle: Wikipedia, “Mikroplastik schädigt Umwelt” In: Badische Zeitung (online), 29. Januar 2015 

Schritt 2: Sich Zeit nehmen 

Seine Gewohnheiten im Leben umzustellen, braucht ein wenig Geduld, Zeit und Durchhaltevermögen. Wichtig ist: Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst und hab Spaß bei der Sache! Ich finde es super wichtig, sich zuerst einmal Zeit zu nehmen, um den Druck, den man sich selbst macht, aufzuheben. Du musst nicht von heute auf morgen Dein „ganzes“ Leben umkrempeln. Das kann niemand. Naja, vielleicht können das schon ein paar, aber das erfordert ganz schön Disziplin. Meiner Meinung nach ist es besser eins nach dem anderen zu machen. Wie gesagt, es ist ein Prozess. Der erste Schritt ist getan. Du hast erkannt, dass du etwas ändern möchtest. Als zweiten Schritt empfiehlt es sich, einen Themenbereich herauszusuchen. Nehmen wir zum Beispiel den Bereich Kosmetik. Es gibt eine praktische App (Codecheck) mit der Du den Barcode eines Produktes scannst und so seine Inhalte erkennst. So kannst Du unter anderem Mikroplastik in Deiner Kosmetik vermeiden. Ebenfalls kannst du auf feste Seifenstücke statt Handseife oder Duschgel wechseln, auf Haarseife statt Shampoo.

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Genau so kannst Du auf einen Metallrasierer statt Plastikrasierer und auf wiederverwendbare Wattepads umsteigen. Du siehst, alleine im Bereich Kosmetik lässt sich so einiges optimieren und verändern. Weitere Bereiche wären zum Beispiel: Haushalt, Alltag, für Unterwegs, Einkaufen, Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Einrichtung und alles was Dir noch so einfällt. 

Mein Tipp: Starte in kleinen Schritten! So bemerkst du schneller eine Veränderung. Erfolge erfreuen und motivieren. 

Schritt 3: Ziele definieren 

Es ist hilfreich, sich ein Ziel zu definieren, das man erreichen möchte. Zum Beispiel: Im Bereich Kosmetik möchte ich in drei Monaten diese und jene Dinge ersetzen oder diese fünf Dinge möchte ich bis Ende des Jahres umsetzen. Generell sinnvoll: Überdenke und verändere deine Gewohnheiten. Mach alles in dem für Dich passenden Tempo. Diese Umstellung soll möglichst eine langfristige Veränderung sein. Wenn Du es wirklich willst, dann schaffst Du es auch! 

6 nützliche Tipps für den Zero Waste Start

Generell gelten die Grundsätze: Reduzieren und Wiederverwenden! Überlege Dir, was du wirklich zum Leben brauchst. Es ist erstaunlich, mit wie wenig man auskommen kann. Schau, was Du bereits zu Hause hast, um plastikfrei zu leben: Recycelte Schraubgläser für Dein Mittagessen im Büro, verzierte Zeitung als Geschenkpapier oder Bonbondosen als Kreditkartenbox. Sei kreativ!

1. Aufbewahrung beim Einkaufen 

Kaufe Dir Baumwolltaschen für Deinen Einkauf, die Du in verschiedenen Rucksäcken und Taschen (klein gefaltet) deponierst. So hast Du sie immer griffbereit und musst nicht lange suchen. Dabei eignen sich am besten Beutel ohne/mit wenig Print, da man diese wesentlich kleiner zusammenfalten kann und sie so weniger Platz einnehmen. (Stoffbeutel eignen sich auch gut für den Brot- und Brötchenkauf beim Bäcker.) 

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2. Praktisches für den Durst unterwegs

Viel Wasser sollten wir alle trinken. Am besten mind. 1,5 Liter am Tag. Wasser aus Plastikflaschen schmeckt aber nicht wirklich gut. Wohingegen das Trinkvergnügen aus Glasflaschen viel größer ist. In Deutschland verfügen wir glücklicherweise über sehr gutes Leitungswasser, das man super in eine Glas- oder Edelstahlflasche abfüllen und mitnehmen kann. Mittlerweile gibt es ein hübsches Sortiment an wiederverwendbaren Trinkflaschen. Bei uns findest Du die wunderschönen Soulbottles mit verschiedenen schicken Motiven. 

3. Nachhaltig den Kaffee mitnehmen

320.000 Kaffeebecher landen nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bundesweit jede Stunde im Müll. Täglich sehe ich diese Becher im Gebüsch, auf der Straße oder im Bus liegen. Dabei gibt es so viele schöne wiederverwendbare Kaffeebecher für unterwegs. Aus Edelstahl mit Griff, aus Maisstärke in Form von Pappbechern oder in schickem Glas mit Korkring, wie der Keep Cup, den wir bei LOVECO anbieten. Mittlerweile gibt es einige Initiativen, die sich für wiederverwenbare Kaffeebecher und Rabatte einsetzen.

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4. Plastikfrei einkaufen 

Achte beim Einkaufen im Supermarkt, im Bioladen oder auf dem Markt darauf, Produkte ohne Plastikverpackung zu wählen. Im Discounter ist es nicht immer so leicht. Etwas einfacher ist es im Supermarkt und am besten klappt es im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt.

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Damit deine Tomaten nicht lose herumkullern, empfehlen sich wiederverwendbare Gemüsenetze. Auch Stoffbeutel eignen sich hier, wahrscheinlich hast Du schon einige zu Hause herumliegen. Man kann sie ja auch immer wieder waschen, wenn das Gemüse sie etwas verschmutzt. 

5. Tipps für's Badezimmer 

Super easy lässt sich Flüssigseife durch ein festes Seifenstück ersetzen. Es gibt einige schöne Farben, die auch sehr angenehm duften. So ein Seifenstück hält ziemlich lange. Bei uns gibt's zum Beispiel schöne Seifen von Dr. Bronners. Für die Aufbewahrung gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Seifenschalen. Aus Metall wie eine Art Gitter gearbeitet, aus Holz sowie Porzellan oder auch Luffakissen (Schwammkissen). Es gibt auch Keramikschalen, in die die Seife hochkant hineingestellt wird, damit das Wasser besser abläuft. Das sieht ziemlich schick aus.

6. In der Modewelt

In der Modeindustrie geht im konventionellen Bereich viel vom brauchbaren Stoff verloren. Viele unserer Labels nutzen Überschnittsreste in ihren Kollektionen, um das meiste aus dem Stoff herauszuhoen. Unter diesem Link findest Du mehr Info zum Thema und Labels, die das Zero Waste Prinzip in ihrer Mode verfolgen. 

Fazit 

An erster Stelle sollte Dein generelles Interesse zum Thema Müll und Müllvermeidung stehen. Allgemein gilt: was Dich interessiert wirst Du Dir behalten und verinnerlichen. Darauf folgt das Verständnis und die Einsicht, dass es etwas zu verbessern gibt. Dann kommt das Umdenken. Du fragst Dich, was kann ich verändern oder verbessern? Danach folgt das Ausstatten, anschließend das Loslegen. Das ganze ist ein Prozess und es bringt nichts, wenn Du Dich dabei stresst.

Daher bei allem ganz wichtig: Schritt für Schritt. Eins nach dem anderen. Es ist nicht nötig, sein ganzes Leben direkt und sofort umzukrempeln. Nimm Dir den inneren Druck, in dem Du einen Bereich, der Dir besonders wichtig ist, aussuchst und Dich erstmal nur darauf konzentrierst. Sieh es als Experiment und schaue, wie Du Deine Ideen mit unseren Tipps in Deinem Alltag integrieren kannst. Wenn es funktioniert, super! Dann kann es weitergehen. Wenn es nicht direkt klappt, ist das auch okay. Beobachte auch, wie die Menschen in deinem Umfeld auf Deine neue Einstellung reagieren. Es ist ziemlich interessant, manchmal aber auch etwas anstrengend. Das ist ebenfalls in Ordnung und normal. Ganz wichtig: Lass Dich nicht entmutigen und bleib am Ball. Es lohnt sich! 

Ist Dein Interesse geweckt und möchtest Du noch mehr erfahren? Hier gibt's interessante Blogartikel zum Thema: 

http://www.oneecoveganlife.com/reduce/10-tipps-fuer-zero-waste
https://utopia.de/ratgeber/zero-waste-leben-ohne-muell/
https://www.zerowasteweek.co.uk/zero-waste-woche-deutschland/
https://utopia.de/ratgeber/mikroplastik-kosmetik-produkte/ 

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