5-Minuten-Post: Kosmetik selbermachen – Mythen, Basics, Rezepte

Mittlerweile mache ich keinen Hehl mehr daraus: Seit der Kindheit schon habe ich Hautprobleme. Ein Allheilmittel gibt es nicht, damit meine Ekzeme für immer verschwinden; mein lieber Opa Karl hat sie mir vererbt.

Doch ich lernte schnell: Konventionelle Kosmetik macht alles schlimmer, Naturkosmetik macht es besser. Und dann wurde ich plötzlich neugierig: Wie wäre es, wenn ich ganz genau wüsste, was in meiner Kosmetik drin ist, weil ich alles selbst dort hinein getan habe?

In diesem Blogpost, für den Du nur ca. fünf Minuten zum Lesen brauchst, möchte ich:

  • Drei Kosmetik Mythen entkräften
  • Dir mein 1x1 der Do-It-Yourself-Kosmetik mitgeben


Das allerbeste: Am Ende gibt’s zwei super einfach Rezepte, mit denen Du

  • Mikroplastik den Kampf ansagst
  • Auf ewig ein gutes Geschenk weisst, wenn Du einen Geburtstag vergisst

 
Also bleib dran, das ist es wirklich wert!

Die drei großen Kosmetik Lügen

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  1. Für jedes Wehwehchen, für jeden Quadratmillimeter Deiner Haut brauchst Du eine andere Creme, Salbe, Seife, Serum, etc. → Nein! Damit lässt sich sehr leicht sehr viel Geld verdienen. Ein gutes Gegenbeispiel ist Dr. Bronners. Diese Seife kannst Du wirklich für alles benutzen.

  2. Kosmetik selber zu machen ist teuer. → Nein! Du brauchst wenige Zutaten. Vieles hast Du schon im Küchenschrank. Für die meisten Sachen brauchst Du die gleichen Zutaten in geringen Mengen. Sie halten also lange! Durch verschiedene ätherische Öle kannst Du Deine Basics immer wieder abwandeln (siehe unten). Du kriegst alles im Supermarkt oder Reformhaus.

  3. Mit selbstgemachter Kosmetik wird alles sofort besser. → Leider nicht... Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis sich Deine Haut umstellt. Die hat ja lange unterschiedliche teuflische Produkte zu sich genommen und ist dann auf “Entzug”. Stell Dir vor, sie ist Dein guter Freund, der gerade mit dem Rauchen aufgehört hat. Bleib am Ball, langfristig gesehen lohnt es sich.

Das kleine 1x1 der DIY Kosmetik

Es ist ein riesiges Thema, aber hier kommen die absoluten Basics.

Das A und O: Öl

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Öle sind die Basis vieler Kosmetika und gerade für empfindliche Haut super. Du musst dabei nicht glänzen wie eine Speckschwarte. Mandelöl zum Beispiel zieht rasend schnell ein. Unterschiedliche Öle haben verschiedene Eigenschaften und eignen sich so für jeweils andere Hauttypen. Zum Beispiel:

  • Bei trockener Haut: Kokosöl, Mandelöl, Olivenöl, Leinöl, Kakao-/Sheabutter
  • Bei unreiner und fettiger Haut: Sonnenblumenöl, Jojobaöl
  • Bei reifer Haut: Arganöl

Für Duft und Mood: Ätherische Öle

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Damit Dein Selbstgemachtes auch so riecht, wie Du es gern hast, kannst Du natürliche, ätherische Öle hinzugeben. Es reichen wenige Tropfen! Sie riechen nicht nur gut, sondern wirken auch auf verschiedene Arten. Zum Beispiel:

  • Belebend: Zitrone, Orange, Mandarine, Grapefruit
  • Beruhigend: Lavendel
  • Klärend: Eukalyptus
  • Durchblutungsfördernd: Rose


Auch bei unseren eskay Deos und Dr. Bronner Seifen findest Du diese Düfte.

Säuren und Basen: Apfelessig und Natron

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Der pH-Wert meiner Haut ist höchstwahrscheinlich ganz anders als Deiner. Säuren und Basen beeinflussen diese individuelle Balance. Das kommt besonders bei Deo und Haarshampoo zur Geltung. Mein Lieblingsdeo ist das natürliche Deo von eskay, meine eigene perfekte Mischung habe ich nämlich noch nicht gefunden.

Die Problematik bei Deo ist das Natron, das dem Schweißgeruch entgegenwirkt. Natron ist stark basisch und hat somit einen Einfluss auf den pH-Wert Deiner Haut. Der natürliche Gegenpart in der DIY-Kosmetik ist wegen seines Säuregehalts meist Apfelessig. Falls Du also Hautprobleme von selbstgemachtem Deo hast (oder von jeglichem Deo mit Natron), gib ab und an eine Apfelessigspülung über die Achseln (1 EL Apfelessig auf 1 l Wasser).

Diese Spülung ist auch super für's Haar! Wie oft haben wir im Laden das frustrierte Kundenfeedback gehört: „Dr. Bronners kann man gar nicht zum Haare waschen nutzen. Mein Haar wird davon ganz strohig!“ Mein Trick: Nimm nicht nur Dr. Bronners, sondern auch eine Apfelessigspülung hinterher. Dr. Bronners ist großartig für die Kopfhaut (meine Empfehlung: die Sorte Teebaum). Damit die Haare danach glatt werden, einfach Spülung (siehe oben) ins Haar geben und auswaschen.

Essigsäure

  • lässt Deine Haarschuppen zusammenziehen und anliegen (für glänzendes Haar)
  • regt die Durchblutung an und reinigt die Talgdrüsen (gegen fettiges Haar)
  • gleicht herkömmliches, meist stark basisches Shampoo aus und hilft der Kopfhaut (gegen Schuppen)


Noch mehr Infos zu den DIY Kosmetik Basics gibt’s hier. Allerdings: Obacht, jeder Körper ist anders! Das hier ist alles „nur“ an meinen Freunden, meiner Familie und mir selbst getestet. Probiere einfach langsam aus und schaue, wie es sich anfühlt.

Jetzt auch neugierig? Los geht’s...

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Du hast durchgehalten! Hier kommt Deine Belohnung. Ich sage Dir, diese zwei Rezepte werden Dein Leben verändern.

Zahnpaste

Richtig gelesen, die kann man nämlich selber machen. Am Anfang denkst Du sicher, das schmeckt salzig und irgendwie komisch, aber ich sage Dir, ich habe in meinem Leben erst 2x Karies gehabt und das war bevor ich angefangen habe, meine Zahnpaste selber zu machen. Außerdem verbannst Du hiermit Mikroplastik aus Deinem Badezimmer!

2 EL Kokosöl mit 1 EL Natron mischen. Wenn die Masse gut verrührt ist, 5-10 Tropfen ätherisches Öl (siehe oben; ich mag am liebsten Pfefferminz oder Zimt) hinzugeben und wieder rühren. In ein Schraubglas füllen und zum Zähneputzen einfach mit der Zahnbürste aufnehmen (am besten eine der wunderbaren Bambus Zahnbürsten von hydrophil) oder mit einem Löffel oder Essstäbchen auf die Bürste geben.

Body Butter

Ehrlich, dieses Rezept ist wie der “Hermann-Trend” in den 90ern. Erinnerst Du Dich an diesen Teigkloß, den man an Freunde und Nachbarn weitergab? Das Rezept hat sich durch verschiedene Freundeskreise genagt und wurde immer weitergegeben. Ich möchte, dass das so weitergeht. Es ist super einfach und super gut zu Deiner Haut!

Nimm die gleiche Menge Kokosöl, Sheabutter, Kakaobutter und Mandelöl (Du kannst auch andere Öle verwenden, siehe oben). Erhitze sie zusammen langsam im Wasserbad, bis sie geschmolzen sind. Stelle sie für mindestens drei Stunden in den Kühlschrank (je nach Menge). Wenn die Masse fest ist, schlage sie wie Butter mit einem Handrührgerät auf. Gib 10-15 Tropfen ätherisches Öl hinzu (siehe oben) und rühre erneut. Gib die Butter in ein Schraubglas und nutze sie für Gesicht, Hände und Körper. Oder verschenke sie an Deine Mutter, Schwester oder beste Freundin.

Paste und Butter verändern je nach Wärme die Konsistenz. Zu fest geworden heißt für Dich: Kurz auf die Heizung. Zu flüssig: Kurz in den Kühlschrank. Beide Rezepte stammen im Original von Trash is for Tossers. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich über Feedback!

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  • GENIAL!

    Danke, dass du mir die Augen geöffnet hast!

  • Super gut

    So schön geschrieben und es nochmal leichter gemacht es auszuprobieren...danke